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Das Leben mit einem blinden Hund

Woody-24-5-4Als erstes muss ich sagen das ich es keine einzige Sekunde bereut habe mich für Woody entschieden zu haben und ihn gegen nichts in der Welt eintauschen würde.

Für mich sind die “Kleinigkeiten” die bei uns nun mal anders sind völlig normal. Ich schnalze öfter oder klopfe mir auf den Oberschenkel wenn wir Gassi sind damit er weiß wo ich mich befinde. Liegen Baumstämme im Weg wo wir drüber müssen klopfe ich mit dem Fuß drauf und dasselbe beim Abstieg auf den Boden. Bei Bordsteinkanten habe ich die Kommandos “Stufe ab” und “Stufe auf”. Wobei Woody weiß das nach Stufe ab in der Regel eine Stufe auf kommt und die Pfötchen schon automatisch höher macht. Wenn er draußen frei läuft lasse ich ihn nicht aus den Augen und manchmal wünsche ich mir auch er würde nicht ganz so von Selbstbewusstsein strotzen (wenn er zu schnell und zu weit vor läuft). Wenn uns Menschen ohne Hund begegnen sage ich “kein Hund”, dann weiß er Bescheid dass er nicht mal eben zum Schnuppern hin kann, sondern läuft einen Bogen. Woody schnüffelt auch mehr als andere Hunde.

Woody-24-5-3Ich könnte gewiss nicht einen ganzen Tag mit ihm wandern gehen, aber in seinem gewohntem Revier sind wir sind wir täglich mindestens 2 Stunden unterwegs. Durch seine Blindheit rennt er selten so schnell wie er könnte und es dauert einfach länger ihn körperlich aus zu powern. Ich bin mittlerweile sehr sensibilisiert in Sachen Körpersprache anderer Hunde. Woody geht nach wie vor davon aus das alle Welt in ja nur lieben kann und nervt auch gerne mal andere Rüden die ihm eher abgeneigt sind. Aus solchen manchmal brenzligen Situation kriege ich ihn gut weggelotz.

Und in anderer Hinsicht ist es wunderschön zu beobachten wie manche andere Hunde sich auf ihn einstellen. Cookie zum Beispiel spielt immer laut mit Woody, was er bei andren Hunden nie tut. Paule fand Woody am Anfang eher unheimlich, versuchte auszuweichen und grummelte. Jetzt läuft er schwanzwedelnd auf ihn zu aber grummeln tut er aber immer noch. Im Allgemeinen habe ich viel Körperkontakt mit Woody. Er hat ja nun mal keine Ahnung das ich ihn anschaue uns somit Aufmerksamkeit schenke. Nachts will der Herr mit unter die Decke. Diesen “Wunsch” äußerst er zuerst mit einem Schnaufen, geht die Decke dann noch nicht hoch, wird an Ihr gekratzt und wenn das auch keine Reaktion zeigt wird Kopf und Körper eingesetzt. Spätestens da bin ich dann auch wach 😉

Woody-24-5-2Die “Geräuschkulisse” die Woody erzeugt höre ich auch schon nicht mehr. Er spielt laut und fordert mich auch laut zum Spielen auf (was er auch jetzt gerade tut ). Wenn er merkt dass wir raus gehen fängt er aufgeregt an zu quieken. Das kann auch mal nerven wenn man nochmal eben Telefonieren will, aber ich möchte ihm das nicht verbieten. Es ist seine Art Freude auszudrücken. Woody spielt mit Begeisterung mit seinem Bällchen. Wenn ich den Ball mal vergessen habe läuft er mir ständig vor die Füße und schaut mich erwartungsvoll an. Es ist sehr interessant zu beobachten wie er erst auf das Geräusch wartet den mein Arm und Jacke beim Wurf erzeugen, dann der erste Aufprall und wie haargenau er der Rollspur folgt.

Woody-24-5-1Außerdem orientiert er sich auch viel mit seinem Tastsinn. Wenn ich abbiege und er erstmal weiterläuft kommt er nicht querfeldein zu mir gelaufen sondern läuft den Weg entlang. Er taumelt auch immer von links nach rechts auf dem Weg als wenn er betrunken wäre. Ich bin froh dass ich mit einem “neuen” zweiten Hund gewartet habe. Unsere Bindung im letzten Jahr hat sich enorm gestärkt. Ich konnte mehr mit ihm “arbeiten” und er hat einfach mehr Aufmerksamkeit genossen. Woody rammelt keine Menschen mehr an, er weiß dass er bei anderen die Türen nicht öffnen darf. Er hat aber rausgekriegt wie man den Kühlschrank öffnet, welches aber Gott sei Dank nur funktioniert wenn ich diesen nicht vernünftig zu mache. Er fährt entspannt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln welches ich aber im Allgemeinen trotzdem lieber vermeide.

Für mich ist klar dass ich nie wieder einen “normalen” Hund bei mir haben werde.

*Die einzige Behinderung im Leben ist eine schlechte Einstellung*

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