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Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 6

Erste Hilfe bei Vergiftungen:

Nur innerhalb 30 Minuten bis maximal 60 Minuten (bis max. 2 Stunden) kann die Giftaufnahme im Körper mit Hilfe von Brechmitteln, Magenspülungen, Abführmitteln oder evtl. auch durch Kohle-Tabletten verringert werden. Man sollte seinen Hund aber so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen!! Ist der Weg zum nächsten Tierarzt zu weit, dann sollte man versuchen – am besten nach telefonischer Absprache mit dem Tierarzt – durch das zwangsweise Eingeben von konzentrierter Kochsalzlösung (1 Esslöffel Salz auf 100 ml Wasser) das Erbrechen des Hundes selbst auszulösen, oder aber durch gewaltsames Einflößen von Öl (Speiseöl, Rizinusöl, Paraffinöl – kein Motorenöl) den Hund zum Erbrechen bringen. Aber Vorsicht, Öl ist nicht bei allen Vergiftungen angebracht, zum Teil fördert es sogar bei manchen Giftstoffen noch die Aufnahme dieser. Wenn sie sich nicht sicher sind, welche Stoffe genau ihr Hund aufgenommen hat, dann besser kein Öl eingeben und auf die Salzlösung zurückgreifen!! Ein Erbrechen hat natürlich auch nur bis zu ca. 2 Stunden nach der Giftaufnahme Sinn, denn noch im Magen liegende Giftreste sollen dadurch ausgeschieden werden. Zu einem späteren Zeitpunkt zeigt das künstliche Erbrechen wenig oder gar kein Erfolg. Bei Säuren oder Laugen bitte KEIN Erbrechen auslösen, da sonst die Gefahr einer erneuten Verätzung der Speiseröhre besteht. In diesem Fall für reichlich Trinkwasserzufuhr sorgen (Verdünnungseffekt)!!

Achtung, die Anwendung von Öl ist verboten bei:
Phosphorvergiftung: Heute sehr selten; auf dem Lande noch manchmal zur Krähenvergiftung verwendet (sog. Phosphoreier). Alkylphosphaten (Phosphorsäureester), z. B. E 605. Schneckenbekämpfungsmittel (z.B. ,,Schneckentod"), auch sog. Trockenspiritus für Campingkocher. Man sollte stattdessen dem Hund Kohletabletten geben. Kohle nimmt die meisten Gifte in sich auf und schadet dem Hund nicht. Auch sollte man seinem Hund reichlich zu trinken geben. Wasser hat einen verdünnenden Effekt und wirkt, wenn der Hund daraufhin erbricht, fast wie eine Magenspülung. Außerdem beugt es einer inneren Austrocknung vor.

 

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 5

Chemische Mittel (z.B. gegen Parasiten, Unkrautvernichtungsmittel, Tabletten, u.s.w.):
Weiterhin giftig sind viele Stoffe, die man im Haushalt oder in der näheren Umgebung zum Teil benutzt, oder manchmal "noch" vorfindet. So z.B.: Unkrautbekämpfungsmittel (mit z.B. Chloratsalzen): Unkrautvertilger werden in der Landwirtschaft und im Garten verwendet. Vergiftung von Haus- und Nutztieren durch unkontrollierte Aufnahme bei fehlerhafter Lagerung. Besonders Hunde nehmen bei freiem Zugang sehr viel davon auf.
Putzmittel jeglicher Art, Alkohol, Brennspiritus, Trockenspirituswürfel:
Der Hund verwechselt herumliegende Trockenspirituswürfel mit Würfelzucker frisst diese. Das Nervengift kann je nach aufgenommener Menge innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen.
Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall; nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C)
Behandlung: Brechmittel, Magenspülung; Verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung; Kalzium gegen die Krämpfe.

Frostschutzmittel fürs Auto: Schleckt der Hund süßschmeckendes Frostschutzmittel auf, kann es zu schwerem Nierenschaden und – je nach Giftmenge – zu tödlichem Nierenversagen kommen.
Symptome: Starkes Speicheln, spontanes Erbrechen schon Minuten nach dem Aufschlecken, Durchfall, Mattigkeit, Taumeln, Krämpfe, Hinfälligkeit
Behandlung: Magenspülung, Infusionen, um die Nierenfunktion zu erhalten; als Gegenmittel wird Alkohol zur Infusion gegeben.

Mäuse- oder Rattengift: Rattengift führt zu Blutgerinnungsstörungen
Symptome: Anfänglich geringes Erbrechen, das oft übersehen wird; nach 2 bis 6 Tagen durch innere Blutungen verursachte Mattigkeit, blasse Schleimhäute, stark blutiger Urin, gelegentlich auch blutiger Durchfall
Behandlung: Spritzen mit Vitamin K1 als Gegenmittel; eventuell auch Bluttransfusion.

Insektizide jeglicher Art: Bei sachgemäßer Anwendung besteht keine Gefahr, bei unsachgemäßer Anwendung von Mitteln gegen Flöhe, Läuse, Zecken (Shampoo, Puder, Spray, Halsband, Tabletten oder Tinktur) kann sich der Hund durch Abschlecken des Fells nach zu üppigem Einpudern oder Besprühen, Trinken von Badelösung, Fressen des Halsbandes oder von Tabletten vergiften
Symptome: Insektizide sind Nervengifte und rufen ähnliche Symptome wie die Vergiftung mit Schneckenkorn hervor
Behandlung: Wie bei Vergiftung mit Schneckenkorn
Wichtig: Nach dem Einpudern das Fell mit feuchtem Frotteetuch abwischen, beim Shampoonieren genügend nachspülen, Halsbänder nicht herumliegen lassen.

Mineralöle jeglicher Art, Medikamente, hier vor allem Schlafmittel, die häufig frei herumliegen:
Frisst der Hund Schlaftabletten, kommt es zu narkoseähnlichem Zustand, unter Umständen auch zum Tod
Symptome: Kein Erbrechen, kein Durchfall, tiefer Schlaf, Bewusstlosigkeit, flache Atmung, bläuliche Schleimhäute, schneller schwacher Puls
Behandlung: Brechmittel und Magenspülung, künstliche Beatmung mit Sauerstoff, kreislaufstützende Infusionen, um die Ausscheidung der Gifte über die Niere anzuregen. Der Hund muss im Schlaf warmgehalten und wegen der Gefahr des Blutstaus alle halbe Stunde anders gelagert werden.

Pestizide (z.B.Schneckengift):
Der Hund frisst das im Garten ausgelegte Schneckengift. Das Nervengift kann je nach aufgenommener Menge innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen Symptome: Starker Speichelfluss nach ½ bis 1 Stunde, Erbrechen, Durchfall; nach weiteren 1 bis 3 Stunden Taumeln, Schreckhaftigkeit, steifes Grätschen der Beine (auch im Liegen), Krampfanfälle mit Kopfstrecken, hohes Fieber (41 bis 42°C)
Behandlung: Brechmittel, Magenspülung; Verabreichen von Beruhigungs- und Narkosemitteln, die zu einer Art Heilschlaf über 1 bis 2 Tage führen. Infusionen zur Anregung der Nierenausscheidung; Kalzium gegen die Krämpfe.
Anhand der Symptome kann man bestimmte Vergiftungen frühzeitig erkennen. Generell sollte man mit seinem Hund jedoch beim geringsten Verdacht auf eine Vergiftung sofort zum Tierarzt gehen, da sonst wertvolle Zeit für lebensrettende Maßnahmen verstreicht!! Bei einem Hund kann man durch gewisse vorbeugende Maßnahmen außerhalb des Hauses ebenfalls das Risiko senken, dass er sich vergiftet. Generell sollte man beim Spaziergang darauf achten, dass der Hund nichts vom Wegrand aufnimmt. Diese Gefahr ist vor allem bei Welpen sehr hoch.

 

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 4

Auch beliebte Zimmerpflanzen sind für unsere Haustiere zum Teil giftig:

Alpenveilchen: Die Konzentration giftiger Substanzen ist in den unterirdischen Pflanzenteilen (Knolle) am höchsten, so dass durch die oberirdischen Anteile kaum Vergiftungen auftreten. Es kommt zu Reizungen der Schleimhäute, Erbrechen und Durchfall, Untertemperatur und Bewegungsstörungen.

Becherprimel: In den Drüsenhaaren dieser Pflanze inklusive ihrer Zuchtformen befindet sich ein starkes Kontaktallergen. Nach Sensibilisierung sind allergische Reaktionen der Haut, der Bindehäute und des Atmungsapparates zu beobachten, die Stunden bis Tage andauern.

Brunfelsie: Die enthaltenen Giftstoffe beeinträchtigen das Nervensystem. Entsprechend beobachtet man (neben Speicheln, Erbrechen und Durchfall) Störungen desselben: Krämpfe und Übererregbarkeit bzw. Muskelsteife, fehlende Reflexe, Atemnot und Koma.

Christrose, Schwarze Nieswurz (Helleborus niger): Die Pflanze enthält das Saponin Helleborin und Protoanemonin.
Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit, Durchfall, Entzündungen der Mundschleimhäute, Herzrhythmusstörungen, erweiterte Pupillen, Atemnot und starker Durst. Es kann auch zum Tod durch Atemlähmung kommen. Schwere Vergiftungen können beim Menschen z.B. schon nach dem Verzehr von 3 reifen Samenkapseln eintreten.

Clematis-Züchtungen (Clematis sp.): Clematis enthält das Gift Protoanemonin, das bei Kontakt mit der Haut zu Reizungen und Entzündungen führen kann. Bei innerer Aufnahme kommt es zu Krämpfen, Reizungen von Niere und Darm, zu Durchfall und Erbrechen.

Gummibaum, Birkenfeige (Ficus benjamini) u.ä.:
Hunde zeigen Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Außerdem Fieber schwankenden Gang und Krämpfe. Bei Katzen kann ein tödliches Nierenversagen folgen.

Philodendron, Dieffenbachia und Fensterblatt (Monstera):
U.a. ist ihr hoher Gehalt an Oxalsäure (in erster Linie als kleine Oxalat-Nadeln vorliegend) schädlich. Wird die Pflanze verletzt, so dringen diese Nadeln in Haut und Schleimhäute der Tiere ein und verursachen dort sehr rasch starke, schmerzhafte Schwellungen. Durch diese schnelle Reaktion wird meist eine weitere Giftaufnahme automatisch verhindert. Lokale Symptome sind Rötung, Schwellung und Geschwürbildung in der Mundschleimhaut und auf der Zunge. Dies führt zu brennenden Schmerzen, Kopfschütteln, Speicheln, reiben mit den Pfoten am Maul, Versuche zu Trinken und Unfähigkeit, Nahrung aufzunehmen. Später kommt es an der Schleimhaut zu Blasenbildung. Nach Abschlucken der Giftstoffe kommt es zu Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Mattigkeit, unsicherem Gang, Lähmung der Hinterbeine, Muskelzittern, Krämpfen bis hin zum Koma. Teilweise können Schwellungen des Kehlkopfes mit hochgradiger Atemnot auftreten. Gelangen Pflanzensäfte ins Auge, so entzündet sich dieses stark. Das Auge wird zugekniffen, tränt und schwillt deutlich an. Die Abheilung dieser Augenentzündung dauert durchaus 3 – 4 Wochen.

Weihnachtsstern:
Der Saft dieses Wolfsmilchgewächses verursacht Entzündungen der Maulschleimhaut, Erbrechen und Durchfall. Weiterhin Muskelzittern, schwankenden Gang, Kreislaufversagen und Lungenödeme. Auf der äußeren Haut kann der Milchsaft Reizungen mit Bläschenbildung und allergische Reaktionen auslösen. Gelangt Saft ins Auge, so entstehen starke Entzündungen.

Yuccapalme, Drachenbaum und Bogenhanf:
Die Pflanzensäfte beinhalten Gifte, die zu Schleimhautreizungen und Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) führen können. Die Tiere reagieren mit Zahnfleischentzündung, Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Nachfolgend sind Untertemperatur, Bewegungsstörungen und Blutungen zu beobachten. Ein komatöser Zustand ist möglich.

 

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

 

Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 3

Holunder: Wer seinem Hund ein Stöckchen aus Holunderholz zuwirft, spielt russisches Roulette. Denn das Holz enthält ein giftiges Blausäureglykosid.

Hortensie: Hierbei sind auch die getrockneten Pflanzenteile giftig. Die i.d.R. weniger dramatische Vergiftung zeigt sich durch Magen-Darm-Störungen mit blutigem Durchfall, Zittern und allgemeiner Schwäche (Schwanken).

Lebensbaum (Thuja): Giftig beim Lebensbaum sind die Blätter, welche entzündungsfördernde Stoffe enthalten.
Als Symptome treten zunächst Magen-, Darmreizungen auf. In schweren Fällen kommen dann Leber- und Nierenschäden hinzu. Auch hier sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Lupinen: Besonders die Samen dieser Zier- und Futterpflanze enthalten ein Gift, das eine lähmende Wirkung auf Herz und Atmung aufweist, jedoch in sog. Süßlupinen nicht vorkommt. Am giftigsten ist die gelbe Bitterlupine. Der akute Krankheitsverlauf wird durch die Alkaloide ausgelöst, der chronische durch Mykotoxine (Phomopsine beeinträchtigen den Kupfer-, Zink- und Eisenhaushalt sowie die Metabolisierung von Selen und Vitamin E). Anagyrin ist teratogen (in den kultivierten Lupinen aber nicht enthalten). Trotzdem kommt eine Vergiftung vor, die wahrscheinlich auf Schimmelpilze zurückzuführen ist. Es entsteht eine Magen-Darmentzündung gefolgt von schweren Nieren- und Leberschäden. Mattigkeit, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Lähmungen folgen diesem.
Gegenmaßnahmen: Rasche Zufuhr von Abführmitteln und Leberschutztherapie (durch den Tierarzt).
Diese Vergiftung ist ein typisches Beispiel für bestimmte Schimmelpilze, die eine Reihe von teilweise völlig harmlosen Pflanzen in "Giftpflanzen" verwandeln kann.

Maiglöckchen(Convallaria majalis): Für das Maiglöckchen gilt dasselbe wie für den Fingerhut. Wildtiere meiden diese Pflanze instinktiv. Domestizierten Tieren fehlt dieser Warnmechanismus oft, was zu Todesfällen führt. Maiglöckchen beinhalten gleich einen Toxincocktail von über 30 Glykosiden. Bei Auftreten von Symptomen sind die Glycoside wohl bereits vollständig resorbiert. Symptome mit lokalen Reizungen der Magen-, Darmschleimhaut, zu Erbrechen, Durchfall (bes. beim Hund) und Störungen des Herzrhythmus. Benommenheit und blasse Schleimhäute kommen hinzu. In schweren Fällen kommt es durch Herzstillstand zum Tod.

Mistel: Einige Stunden nach Giftaufnahme zeigen die Tiere Erbrechen, Durchfall, Fieber und starken Durst, Krämpfe, Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen, Koma und Herzstillstand.

Narzisse, Osterglocke, Amaryllis: Auch diese Frühlingsblume ist gefährlich. Eine Narzissenzwiebel von nur 15 Gramm kann einen Hund töten!! Lycorin, ein Alkaloid der Amaryllis, führt in geringen Dosen zu Erbrechen und Durchfall, in höheren zu Krämpfen, Lähmung und Kreislaufversagen.

Oleander: Alle Pflanzenteile des Oleanders enthalten ein herzwirksames Toxin. Bei Hund und Katze kommt es zunächst zu Magen-Darm-Problemen (Speicheln, Erbrechen, Durchfall). Weiterhin zu Herzrhythmusstörungen, Vorhof- und Kammerflimmern und letztlich Herzstillstand. Daneben zeigen die Tiere allgemeine Symptome wie Untertemperatur, Krämpfe, Atembeschwerden und Husten.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) bzw. Herkulesstaude und Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium):
Für Mensch und Tier äußerst unangenehm. Der Pflanzensaft enthält sogenannte Furocumarine. Das sind phototoxische Substanzen. die UV-Licht absorbieren und mit der so gewonnenen Energie chemische Reaktionen auslösen, die das Erbgut und die Zellen schädigen. Gelangt Pflanzensaft auf die Haut oder die Schleimhaut und wird diese Stelle anschließend dem Sonnenlicht ausgesetzt, entsteht ein heftiger Sonnenbrand mit Blasenbildung und anschließendem Haarverlust ("Wiesendermatitis"). Es sind va. die wenig behaarten und unpigmentierten Körperpartien (Kopf und Bauch) gefährdet. Die Heilung ist langwierig und oft bleiben Narben und Pigmentveränderungen zurück.

Rhododendron: Diese Pflanze enthält (genau wie die Azalee) ein Neurotoxin, welches in erster Linie zu Lähmungen der Muskulatur führt. Auch hier zeigt sich wieder unspezifisches Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Daneben beobachtet man das Reiben des Kopfes an Gegenständen und Augenausfluss. Später kommen ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Muskellähmungen hinzu, die letztlich zur Atemlähmung führen.

Rosengewächse (Rosaceae): Die Giftigkeit der Früchte der Gattung Prunus (Kirsche, Pflaume, Aprikose etc.) = Obstkerne: Die giftige Substanz ist das Amygdalin, aus dem im Organismus Blausäure freigesetzt wird. Nach Aufnahme einer ausreichend großen Menge zeigen sich Speicheln, Erbrechen, rote Schleimhäute, Atemnot, Fieber Krämpfe und allgemeine Schwache. Der Tod erfolgt durch „inneres Ersticken", da der an die roten Blutkörperchen gebundene Sauerstoff nicht mehr an das Gewebe abgegeben werden kann (daher auch die Rosigfärbung der Haut und die rote Farbe des venösen Blutes). Da erst eine größere Menge zu ernsthaften Vergiftungen führt, sind meist nur Magen-Darm-Symptome zu beklagen.

Ebenfalls Blausäureabspaltende Substanzen enthalten u.a. Kirschlorbeer ( Prunus laurocerasus) Fächer-Zwergmispel ( Cotoneaster horizontalis) Feuerdorn ( Pyracantha coccinea).

Seidelbast:
Alle Pflanzenteile des Seidelbasts enthalten stark entzündungsauslösende Stoffe. Beim Anknabbern oder Kauen kommt es zu starken Reizungen, Entzündungen und Geschwürbildungen an Schleimhäuten und Haut. Danach folgen dann Rachen-, Magen-, Darmentzündungen. In schwersten Fällen kann es zu Nierenentzündungen und schließlich zum Tod durch Kreislaufkollaps kommen.
Meist jedoch bleibt es bei lokalen Schäden, da die Pflanze sehr scharf schmeckt.
Sofort sollte man mit seinem Hund zum Tierarzt, wenn Verdacht auf eine Vergiftung vorliegt.
Stechpalme (Ilex aquifolium): Sie enthält gleich mehrere Wirkstoffe: Purin-Alka-loide, Rutin, Ursolsäure, Baurenol, Uvaol, Triterpene, Tannin. Die Beeren sind nur bei hoher Dosis (etwa 20 Beeren) tödlich. Symptome: Übelkeit, Erbrechen, starker Durchfall und Schläfrigkeit.

Trompetenbaum (Datura suaveolens) oder Engelstrompete: Die ganze Pflanze ist stark giftig, besonders die Blätter udn die Rinde in der Blütezeit.
Die Einnahme des Suds der Pflanze kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Symptome: Erbrechen, Durchfall, trockene Schleimhaut, Schluckbeschwerden, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen.

Waldholunder (Sambucus nigra): schwarze, beerenartige Steinfrucht, Beeren rufen Erbrechen und starken Durchfall hervor.

Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias): ganze Pflanze giftig bis stark giftig. Führt zu Magen-Darm-Entzündung. In hoher Dosis tödlich.

Wunderbaum (Ricinus communis): Diese Pflanze, aus der das Rizinusöl gewonnen wird, kann Haustieren gefährlich werden. z.B. wird der " Ölkuchen", der auf Hunde sehr anziehend wirkt, als Düngemittel verwendet. Das Haupttoxin ist das sehr giftige Toxalbumin Ricin (seit 1962 als Kampfstoff patentiert). Es entwickelt sich eine schwere Magen-Darm-Entzündung, eine Schädigung von Leber und Nieren und eine Zersetzung der roten Blutkörperchen. Die tödliche Dosis beim Hund wird mit 1 bis 2 g Samen/kg Körpermaße angegeben.
Das in Apotheken erhältliche Rizinusöl ist durch Erhitzen ungiftig gemacht worden.

 

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 2

Gefahr in Wäldern, Gärten und Grünanlagen:

Adonisröschen (Adonis vernalis): Erste Anzeichen einer Vergiftung sind, wie bei den Pflanzen mit Herzgiften üblich, Erbrechen und Durchfall. Es folgen Herzrhythmusstörungen, langsamer Pulsschlag und Atemnot. Hier kann schnell das Herz versagen, was unweigerlich zum Tode des Hundes führt.

Ackerbohne, Puffbohne, Saubohne, Pferdebohne, Dicke Bohne: Symptome: bleiches Aussehen, Fieber, verminderte Urinausscheidung, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kolik, ev. Gelbsucht, Milz- und Leberschwellung. Stark giftige Kulturpflanze. Bohnen, Samen und Pollen für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und v.a. Pferde giftig.

Azalee: Diese Pflanze enthält (genau wie der Rhododendron) ein Neurotoxin, welches in erster Linie zu Lähmungen der Muskulatur führt. Auch hier zeigt sich wieder unspezifisches Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Daneben beobachtet man das Reiben des Kopfes an Gegenständen und Augenausfluss. Später kommen ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Muskellähmungen hinzu, die letztlich zur Atemlähmung führen.

Buchsbaum: Dank des bitteren Geschmacks werden frische Pflanzenteile selten aufgenommen, gefährlich ist aber auch die getrocknete Pflanze (z.B. In Floristikgestecken). Beim Hund beträgt die tödliche Dosis 5g Blätter pro kg Körpergewicht. Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Erregungszustände und Krämpfe, sowie Lähmungen. Der Tod tritt durch Lähmung der Atmung ein.

Efeu (Hedera helix): Beeren, Blätter und Stängel bei hoher Dosis tödlich. Magen-Darm-Entzündung. Bei hoher Dosis Nerven- und Herzdepression.

Eisenhut: Eisenhut ist stark giftig- wobei besonders der blaue Eisenhut besonders giftig ist. Das Gift des Eisenhuts fördert zunächst die Reflexe. Als Symptome treten Speicheln, Durchfall, Erbrechen, Krämpfe und Lähmungen auf. Im schlimmsten Fall tritt der Tod ein. Schon kleinste Mengen des Eisenhuts sind sehr gefährlich für Hunde. Liegt eine Vergiftung mit Eisenhut vor, so sollte man schnellstmöglich zum Tierarzt.

Eibe: Die gesamte Pflanze, einschließlich der Samen ist hochgiftig. Die einzige Ausnahme bilden die roten Beeren, deren Fleisch ungiftig, deren Samen aber wiederum toxisch ist. Als tödliche Dosis beim Hund gelten z.B. 30g der Nadeln. Die Tiere zeigen Erbrechen, Durchfall, Fieber und Kollaps. Die Pupillen reagieren nicht mehr auf hell-dunkel und man beobachtet Unterhautblutungen, Atemnot, Koma und Tod.

Farne (z.B. Adlerfarn, Adlersaumfarn, Großer Waldfarn, Johanniswurz, Jesus-Christwurz):
Symptome: allergische Reaktionen, Muskelzuckungen, motorische Störungen, Krämpfe, Blut im Urin, blutiger Durchfall. Sehr stark giftige Wildpflanze. Ganze Pflanze, insbesondere Jungpflanze, ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und v.a. Pferde giftig.

Fingerhut: Der Fingerhut enthält die sogenannten "Herzglykoside". Dabei handelt es sich um stark giftige Stoffe, die in kleinsten Mengen jedoch bei bestimmten Herzerkrankungen mit bestem Erfolg eingesetzt werden und somit auch heilende Wirkung haben.
Es kommt zu lokalen Reizungen der Magen-, Darmschleimhaut, zu Erbrechen, Durchfall und Störungen des Herzrhythmus. Benommenheit und blasse Schleimhäute kommen hinzu. In schweren Fällen kommt es durch Herzstillstand zum Tod.
Man sollte sofort zum Tierarzt gehen!

 

Gefleckter Schierling (Conium maculatum): Ganze Pflanze sehr giftig, oft tödlich, für den Hund sind schon 50 mg Coniin/kg KG tödlich.
Schnelle und leichte Aufnahme durch die Schleimhäute und auch durch die unverletzte Haut.
Auftreten der ersten Symptome nach 20-30 Minuten: Unruhe, Muskelschwäche, Inkoordination, Muskelzittern, Puls erst verlangsamt, dann beschleunigt, Krämpfe, fortschreitende Lähmung, Atem- und Herzdepression.
Goldregen: Giftige Teile sind v.a. die Samen, aber auch Wurzeln und Äste, die einen süßlichen Geschmack haben sollen. Die Vergiftungssymptome treten schon nach wenigen Minuten in Erscheinung, in Form von heftigem Erbrechen, Durchfall, Kollaps und epileptischen Anfällen.

Hahnenfuß (Ranunculus spp.): Stängel und Pflanzensaft sind giftig. Starke Reizung von Maul, Speiseröhre, Magen und Darm.
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): ganze Pflanze sehr giftig, oft tödlich. Magen-Darm-Entzündung, Muskel -und Atemlähmung.

 

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

Vorsicht: Giftig für Hunde! – Teil 1

…auch menschliche Nahrungsmittel können für Hunde gesundheitsschädlich oder sogar giftig sein!!

Menschliche Nahrungsmittel sind oftmals für die Ernährung von Hunden untauglich. Und zwar nicht nur, weil sie oft einseitig zusammengesetzt und arm an lebenswichtigen Nährstoffen sind, sondern weil sie in manchen Fällen schlicht und einfach giftig wirken können. So sind z.B. Nüsse für Hunde von Nachteil, da sie einen hohen Phosphorgehalt haben und deswegen leicht zu Blasensteinen oder Störungen des Knochenstoffwechsels führen können. Walnüsse sind sogar giftig. Zwiebeln, besonders rohe, führen bei Hunden zu Blutarmut, da ihre Inhaltsstoffe die roten Blutkörperchen zerstören. Andere Nahrungsmittel wie z.B. Hülsenfrüchte führen durch ihren sehr hohen Faser- und Eiweißgehalt zu Überaktivität der Darmbakterien. Dies kann Bauchkrämpfe und unangenehm gesteigerte Darmwinde (Flatulenz) bewirken. Zudem enthalten manche Hülsenfrüchte Fermenthemmstoffe, die die Eiweißverdauung behindern (z.B. Sojabohnen). Alle fleischhaltigen Nahrungsmittel vom Essenstisch, aber auch Käse und Essensreste, sollten ebenfalls nicht einem Hund verfüttert werden, da ihre Zusammensetzung nicht seinen Nährstoffbedürfnissen entspricht.

Genauso schädlich kann eine Überdosierung an fettlöslichen Vitaminen (z.B. Vitamin A) sein. Stark gesalzene Nahrung (gesalzenes Fleisch oder Fisch), Seewasser oder Pökellake können u.a. zu Bluthochdruck und Nierenschäden führen. Schließlich ist noch vor der Verfütterung gebratener oder gegrillter Speisen, vor allem Fleisch, zu warnen: Der hohe Fettgehalt, Salz und Gewürze sowie Röststoffe sind für die Ernährung von Hunden nicht geeignet!

Hier diverse Gefahrenquellen: Gefahren im Haushalt:

Avocado: Das enthaltene Toxin ist ausschließlich für unsere Heimtiere gefährlich und befindet sich in allen Anteilen der Pflanze. Es führt zu schweren Schädigungen des Herzmuskels und damit zu Atemnot, Husten, Ödeme und Bauchwassersucht. Eine Vergiftung endet i.d.R. tödlich, da eine spezifische Therapie nicht existiert.

Kakao (z.B. in Schokolade!!): Dieses menschliche Nahrungsmittel kann von Hund und Katze nur sehr schwer verstoffwechselt werden. Der Inhaltsstoff Theobromin reichert sich im Körper an, was letztlich zu Vergiftungen führen kann. Betroffen hiervon sind auch alle Produkte, welche Kakaobestandteile enthalten (Schokolade!!). Die tödliche Dosis für den Hund liegt bei 100 mg Theobromin pro kg Körpergewicht. Je nach Kakaogehalt sind etwa 60g Milchschokolade pro kg Körpergewicht bzw. 8g Blockschokolade pro kg Körpergewicht (d.h. 100g Blockschokolade für einen 12 kg-Hund) können einen Hund vergiften, evtl. töten. Auch hier reagieren die Tiere mit Durchfall und Erbrechen, später kommen zentralnervöse Störungen (Zittern, Krämpfe, Lähmungen der Hintergliedmaßen, Bewusstseinsstörungen) hinzu.

Küchenzwiebel: Diese in jeder Küche anzutreffende Pflanze bewirkt in jedweder Form (roh, getrocknet, gekocht) bei Hund und Katze schwere Vergiftungen. Schon 5 – 10g pro Kg Körpergewicht führen beim Hund zur Hämolyse (=Zerstörung der roten Blutkörperchen). Zunächst reagieren die Tiere mit Durchfall und Erbrechen, später folgen Anämie (Blutarmut, blasse Schleimhäute), Anorexie (Verweigerung von Wasser und Futter) und Beschleunigung von Herzschlag und Atemfrequenz.

Knoblauch: Giftige bis stark giftige Kulturpflanze – Symptome bei Überdosierung: bleiches Aussehen, Blutharne, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht. Knoblauch-Zwiebel ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Pferde giftig.

Nikotin: Die Aufnahme des Giftes erfolgt in der Regel durch kauen bzw. fressen von Zigaretten oder Kautabak. Dabei sind in erster Linie Welpen betroffen, da diese wesentlich neugieriger sind als ältere Tiere und alles Mögliche ausprobieren. Anfangs kommt es zur Erregung, später zur Lähmung des Gehirns: Muskelzittern, Speicheln, Erbrechen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Krämpfe, Bewegungsstörungen und Kreislaufkollaps.

Xylit (Süßstoff): Dieser Süßstoff ist oft in vielen zuckerfreien Kaugummis, Bonbons und anderen Lebensmitteln enthalten. Xylit kann bei Hunden die Ausschüttung körpereigenen Insulins in das Blut deutlich steigern, so dass es bei den Hunden zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels kommen kann. Die Wirkung tritt ca. 30 Minuten nach der Aufnahme von größeren Mengen xylithaltiger Süßwaren ein. Erste Symptome sind: Schwäche, Verlust der Koordinationsfähigkeit und Krämpfe. Es ist dann unbedingt erforderlich, dass der Hund sofort von einem Tierarzt behandelt wird. Weiterhin gibt es Hinweise auf Leberschäden bei Hunden durch Xylit, welche aber letztendlich noch nicht bestätigt sind. Die Tierschutzorganisationen plädieren an alle Tierbesitzer, ihren Lieblingen grundsätzlich keine Nahrungsmittel für Menschen zu verfüttern. Ebenso sollten xylithaltige Süßwaren nicht in der Wohnung offen herumliegen.

Weintrauben, besonders aber Rosinen oder Maische (Pressabfälle der Traubenlese): Dies führt oft zu einer Vergiftung mit akutem Nierenversagen. Es gab schon mehrere solcher Fälle, zwei davon führten zum Tode wie mir eine aufmerksame Hundebesitzerin per E-Mail mitteilte!

(Quelle: TIERSCHUTZ DIREKT e.V., Ansprechpartner: Daniela Brzobohata)

Tetanus beim Hund – selten aber gefährlich

Welcher Hundehalter kennt das nicht: Der Hund tritt in eine Scherbe, kommt mit der Schnauze beim Schnüffeln an etwas Spitzes oder bleibt beim Rennen an einer Kante hängen. In den allermeisten Fällen bleibt dies ohne schwerwiegende Folgen. Doch in einigen wenigen Fällen erfolgt hierbei die Ansteckung mit dem Erreger des Tetanus. Das Bakterium Clostridium tetani setzt sich in der Wunde fest, vermehrt sich und produziert dabei ein Nervengift. Dieses gelangt über die Nerven ins Rückenmark und Gehirn und schädigt dort Funktionen bestimmter Nervenzellen.

Krankheitsanzeichen des so genannten Wundstarrkrampfes treten Tage oder erst Wochen nach der Infektion auf. Die Krankheitsschwere hängt von der Menge der aufgenommenen Clostridien ab: Beginnend mit leichter Schwäche, Muskelsteifheit und unkoordiniertem Gang über Krämpfe, Atembeschwerden bis hin zu Muskelspasmen. In schweren Fällen kann es durch die Beteiligung der Atemmuskulatur zum Atemstillstand kommen. Symptome von Tetanus können leicht mit denen von Vergiftungen verwechselt werden.

Eine Impfung als Schutz vor Tetanus ist möglich, wird aber meistens nicht vorgenommen, da die Erkrankung bei Hunden eher selten auftritt. Bei Katzen ist sie noch seltener, für Menschen oder beispielsweise Pferde stellt Tetanus dagegen eine ernste Gefährdung dar. „Tetanus beim Hund ist sehr selten. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, kann sein Tier impfen lassen“, rät die Tierärztin Dr. Anette Fach. Sie betont jedoch auch die generelle Wichtigkeit einer guten Behandlung bei Verletzungen. „Sollte sich der Hund verletzt haben, ist eine gute lokale Wundversorgung und eine antibiotische Abdeckung wichtig, um eventuell eingedrungene Clostridien direkt abzutöten."

Sollte es hierfür zu spät sein: Tetanus ist – rechtzeitig erkannt – behandelbar. Die Infektion kann mit spezifischen Immunseren, Antibiotika und Medikamenten zur Beruhigung sowie zur Muskelentspannung behandelt werden. Eine Heilung hängt von der Schwere der Symptomatik ab. In der Regel dauert diese intensiv-medizinische Versorgung mehrere Wochen.

(Quelle: TASSO e.V.)

 

Todesfalle Kippfenster – So schützen Sie Ihre Katze

Immer wieder gibt es Katzen, die in einem gekippten Fenster hängen bleiben und sich nicht aus eigener Kraft befreien können. Und immer wieder scheint dieses wichtige Thema bei manchen Katzenbesitzern in Vergessenheit zu geraten. Zwischenfälle mit in Kippfenstern eingeklemmten Katzen kommen inzwischen leider so häufig vor, dass man dafür bereits einen Namen hat: das Kippfenster-Syndrom.

Die von ihren Instinkten gesteuerte Katze wird ein gekipptes Fenster nicht als Hindernis sehen, wenn der Reiz, nach draußen zu gelangen, nur groß genug ist. Wenn sie dann hängen bleibt, bewirken die verzweifelten Befreiungsversuche nur, dass die Situation für das arme Tier  immer schlimmer wird. Zu der Panik, die die Katze  erlebt, kommen Quetschungen der inneren Organe, im schlimmsten Fall Rückenmarksverletzungen mit irreversiblen Lähmungen der Beine und ein lebensbedrohlicher Schock. Sollte die Katze sogar mit dem Kopf hängen bleiben, droht die Strangulation. Viele Katzen machen sich in einer Notsituation auch nicht bemerkbar, so dass sie oft stundenlang nicht entdeckt werden, während sie qualvolle Schmerzen erleiden oder mit dem Tod ringen.

Daher der dringende Rat an alle Katzenfreunde: Fenster schließen, wenn man die Katze allein zu Hause lässt. Freigänger sollten nur durch eine Katzenklappe ins Freie gelangen können. Manchem hilft ein kleines Hinweisschild als Erinnerung an der Wohnungstür, die Fenster zu schließen. Ist es doch einmal passiert, befreien Sie Ihre Katze ganz vorsichtig aus dem Fenster. Schmerzbedingt könnte sie sich durch Beißen und Kratzen wehren wollen. Bringen Sie das verletzte Tier unbedingt sofort zum Tierarzt und nehmen Sie die Situation nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn Sie keine äußeren Verletzungen sehen, heißt das nicht, dass die Katze nicht behandlungsbedürftig ist. Allein der Schock könnte ein Organversagen auslösen. Lassen Sie die Katze wenn möglich in der vorgefundenen Körperposition und bewegen Sie sie so wenig wie möglich. Decken zur Stabilisierung des Körpers auf dem Weg zum Tierarzt können einer Verschlechterung von Brüchen vorbeugen.

(Quelle: TASSO e.V.)

Die Magendrehung

Zuallererst: Die einzige Chance, die ein Hund bei Magendrehung hat, ist sofortige und sachkundige tierärztliche Behandlung, in der Regel ein chirurgischer Eingriff. Die Zeit, die bis zur Behandlung vergeht, spielt die wirklich entscheidende Rolle.

Also: Sobald Sie diesen Bericht zu Ende gelesen haben, sollten Sie folgende Fragen abklären:

Welches ist die nächstgelegene Tierklinik, die ich im „Notfall Magendrehung“ mit meinem Hund aufsuchen kann?
Hat diese Klinik siebenmal die Woche und 24 Stunden am Tag Dienst?
Ist man dort auf derartige Notfälle eingerichtet?
Haben die Tierärzte dort entsprechende Ausbildung und Erfahrung?
Wissen sie auch Bescheid über die unabdingbare Nachsorge (48 Stunden nach der OP Ernährung ausschließlich über Infusion, Kontrolle von Herzfunktion und Sauerstoffversorgung, 10 Tage langsam aufbauende Diät)?

Wenn Sie das alles beantwortet haben, schauen Sie sich den Weg zur Klinik an, fahren Sie die Strecke notfalls auch mal ab – so dass Sie die Tierklinik auch in der größten Aufregung sofort und mühelos finden können! Nicht wenige Hunde haben eine Magendrehung nur deshalb nicht überlebt, weil man zuerst zum falschen Tierarzt gefahren ist, der einen dann weiterschickt, weil er entweder keinen Dienst hat oder sich eine derartige Operation nicht zutraut. Dabei vertun Sie wertvolle Zeit, die Sie in dieser Situation einfach nicht haben!

Die verhängnisvollsten Fehlinformationen sind:

1. Magendrehung kann nur bei vollem Magen passieren – falsch! Auch ein (fast) leerer Magen kann aufgasen.

2. Der Magen verdreht sich nur, wenn der Hund nach dem Fressen rumspringt – falsch! Oft gast der Magen auf und verdreht sich erst dann, weil er im Abdomen mehr Platz braucht.

3. Nur ganz große Hunde können eine Magendrehung haben – falsch! Es betrifft oft auch mittelgroße, vor allem tiefbrüstige Hunde (z.B. Deutsch Kurzhaar).

4. Langes Einweichen des Futters verhindert Magendrehung – ganz falsch! Auf lange eingeweichtem Futter können sich Bakterien bilden, die dann zur Gasbildung im Magen führen.

5. Magendrehung erkennt man am stark aufgetriebenen Leib – falsch! Es hat schon Magendrehungen gegeben, bei denen die Aufgasung über längere Zeit kaum erkennbar war.

6. Nach überstandener Magendrehung-OP ist der Hund wieder völlig hergestellt – falsch! Ebenso wichtig wie eine gelungene Operation ist die Schonung des Magens und Verdauungstrakts über mindestens 10 Tage. In dieser Zeit braucht der Magen Schonung und langsamen Aufbau. Wenn Ihre Klinik das nicht weiß, gehen Sie sofort woanders hin!!!

Auslöser können sein:

1. Stress
2. Stress
3. Stress (ist wirklich die häufigste Ursache!)
4. Gastritis oder sonstige Irritation des Magens
5. Bewegung nach dem Fressen
6. tief gestellter Futternapf
7. zu große Futtermengen auf einmal
8. schlechtes/verdorbenes/zu lange eingeweichtes Futter bzw. frisches Brot
9. herabgesetzte Magenmotorik
10. Hemmung der Magenentleerung durch Darmträgheit oder z.B. Medikamente
11. stumpfe Verletzung des Bauches
12. Verletzung der Wirbelsäule oder Einklemmung von Nerven
13. chirurgische Eingriffe und Rekonvaleszenz

Symptome: Unruhe, Hecheln, Speicheln, Würgen, erfolgloser Versuch zu Erbrechen, Aufblähung, Atemnot, Herzrasen, schwacher Puls, blasse Schleimhäute

Symptome und Verlauf sind aber oft untypisch, u.U. sind also nur einzelne der Symptome feststellbar! Eine Magendrehung hier im Tierheim z. B. äußerte sich nur über zweimaliges Würgen und Durchstrecken des Leibes, die Aufgasung war kaum bemerkbar, der Bauch war auch nicht trommelhart! Tod tritt ein durch Kreislaufzusammenbruch (der Magen drückt auf Zwerchfell, Lunge und die Bauchvene, wodurch auch die Organe nicht mehr versorgt werden). Der Hund kann aber auch noch nach erfolgreicher Operation sterben, z.B. wenn der Kreislauf nicht mehr mitmacht oder das Gewebe des Magens wegen zu langer Mangeldurchblutung abgestorben ist oder sich die Magenschleimhaut abgelöst hat.

Also: Wenn Sie auch nur den Verdacht haben, es könnte sich um eine Magendrehung handeln, reagieren Sie sofort! Rufen Sie die Tierklinik an und informieren Sie sie, dass Sie mit einer möglichen Magendrehung unterwegs sind, man soll dort schon alles vorbereiten. Keine sonstige Verpflichtung kann so wichtig sein, dass Sie diese erst noch absagen müssten, ehe Sie sich auf den Weg zur Tierklinik machen.

Jede Minute zählt!!!

(Quelle: www.helfe4pfoten.de)

 

Allergien beim Tier – das sollten Sie wissen

In den Industrieländern sind Allergien schon seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Man geht zurzeit in der Humanmedizin davon aus, dass alle 10 Jahre Allergien beim Menschen um 50-100% zunehmen. Eine ähnliche Entwicklung ist leider auch in der Tiermedizin, speziell bei Hunden, zu beobachten. Doch was sind Allergien überhaupt? Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe (Allergene). Allergien können in drei Gruppen eingeteilt werden: 1. die Umweltallergie auf Auslöser wie Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Gräser oder Pollen; 2. die Flohspeichelallergie; 3. die Futtermittelallergie oder – unverträglichkeit.

Das Hauptsymptom einer Allergie ist Juckreiz. Zusätzlich treten meistens Hautveränderungen auf.  Die Veränderungen der Haut werden oft durch zusätzlich vorliegende Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen verschlimmert und kompliziert. Auch Atemwegssymptome wie Augen- oder Nasenausfluss, Niesen oder Husten können auftreten. Bei Futtermittelallergien liegen oft auch Symptome des Magen-Darm-Traktes wie wiederkehrende Durchfälle vor.  Allergien können oft nur im Ausschlussverfahren anderer Erkrankungen diagnostiziert werden.

Zur Behandlung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Idealerweise würde man das auslösende Allergen einfach meiden bzw. bei der Fütterung weglassen. Bei Hausstaubmilbenallergie ist dies beispielsweise aber nicht machbar. In solchen Situationen kann man mit  Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen wie z. B. Kortison (Vorteil: billig, oft sehr gut wirksam;  Nachteil: schlimme Nebenwirkungen wie z. B. Lebererkrankungen möglich; gerade bei Futtermittelallergien oft schlecht wirksam) oder auch Zyklosporin (Vorteil: weniger Nebenwirkungen als Kortison; Nachteil: deutlich teurer als Kortison) arbeiten. Was für den jeweiligen Patienten in Frage kommt, ergibt sich aus dem Gespräch mit dem Tierarzt.

Als weitere Behandlungsoption bei Allergien gibt es die sogenannte allergenspezifische Immuntherapie (ASIT). Hierbei wird mit der Injektion von steigenden Allergenkonzentrationen versucht, das Immunsystem des betroffenen Tieres unempfindlich gegenüber den Allergenen zu machen. Die ASIT ist immer eine lebenslange Therapie. Der Erfolg stellt sich oft erst nach 12-14 Monaten ein. Bei fast drei Viertel aller Patienten ist diese Therapieform erfolgreich. Erfolg heißt hier, dass mindestens eine Verbesserung der klinischen Symptome erreicht wird. Grundsätzlich kann man Allergien nicht heilen. Wichtig ist daher das Ziel, die Allergie gut zu managen und das Tier möglichst beschwerdefrei zu bekommen.

(© Copyright TASSO e.V.)

Achtung vor Mücken im Urlaubsland

Zecken sind nicht die einzigen blutsaugenden Parasiten, die gefährliche Krankheiten übertragen können. Auch bestimmte Mücken in den wärmeren Regionen Europas können die Gesundheit von Hund und Mensch bedrohen.

Wer seinen Hund mit auf die Urlaubsreise in ein süd- oder osteuropäisches Land nimmt, sollte wissen: Es gibt dort, vereinfacht dargestellt, zweierlei Mücken: Stechmücken (Moskitos) und Sandmücken. Beide sind blutsaugende Insekten und stellen eine gesundheitliche Gefahr für Hunde dar. Sie erfordern zwar teilweise unterschiedliche Schutzmaßnahmen; diese beginnen aber gleichermaßen mit der Abwehr von Mücken durch ein repellierendes Präparat.
Kein Hund sollte ohne ausreichenden Parasitenschutz mit in den Urlaub genommen werden. Rat und Hilfe gibt es beim Tierarzt.

Stechmücken in Süd- und Osteuropa

Die Stechmücken in Süd- und Osteuropa sind gefährlicher als ihre Verwandten in Deutschland. Sie sind häufig Träger von Wurmlarven, die beim Blutsaugen weitergegeben werden können.
So führt die Fadenwurmart Dirofilaria immitis bei Hunden zur Herzwurmerkrankung. Die mikroskopisch kleinen Larven wandern mehrere Monate lang durch den Körper des Tieres, bevor sie sich in den größeren Blutgefäßen von Herz und Lunge und bei Massenbefall sogar in der rechten Herzkammer niederlassen und bis zu 30 cm lang werden. Die Erkrankung äußert sich in verminderter Leistungsfähigkeit des Hundes und vor allem in häufigem Husten.

Steckbrief Stechmücken

  • Weltweit verbreitet, meist in der Nähe von Wasserstellen
  • Größe variiert, aber selten größer als 15 mm (erwachsene Tiere); die Gemeine Stechmücke hat einen schlanken Körper, lange Beine und schmale Flügel, ist unscheinbar gefärbt
  • Sind meist in der Dämmerung aktiv
  • Stechmücken in Süd- und Osteuropa können Herzwürmer übertragen

Schutzmaßnahmen:

  • Mensch: Moskitonetz, repellierendes Insektenmittel
  • Hund: repellierend und abtötend wirkendes Parasitenmittel, das neben Zecken auch Stechmücken und Sandmücken abwehrt; Entwurmungsmittel, das Herzwurmlarven bekämpft (prophylaktische Anwendung)

Sandmücken im Mittelmeerraum

Die im Mittelmeerraum verbreiteten Sandmücken sind eine potenziell tödliche Gefahr für Hunde. Denn beim Stich einer Sandmücke kann der Erreger der Leishmaniose, ein einzelliger Parasit, übertragen werden. Er befällt und zerstört so genannte Makrophagen, Fresszellen des Immunsystems, die der Erregerabwehr dienen. Die Leishmaniose kommt bei Hunden meist erst nach Monaten oder Jahren zum Ausbruch, kann dann aber lebensbedrohlich verlaufen.

Steckbrief Sandmücken

  • Gehören zu den Schmetterlingsmücken
  • Kommen vor allem in den Tropen und Subtropen von Europa, Asien und Amerika vor; halten sich tagsüber in kühlen und feuchten Verstecken auf
  • Bis zu 4 mm groß (erwachsene Tiere), gelbbraun und behaart mit relativ großen Flügeln
  • Greifen bei Nacht geräuschlos an
  • Übertragen Leishmanien auf Mensch und Tier

Schutzmaßnahmen:

  • Mensch: besonders feinmaschiges Moskitonetz; Aufenthalt im Freien bei Dunkelheit meiden
  • Hund: nicht draußen übernachten lassen; repellierend und abtötend wirkendes Parasitenmittel, das neben Zecken auch Stechmücken und Sandmücken abwehrt

Mehr Informationen über Stechmücken und Sandmücken sowie das lokale Risiko für Parasitenübertragene Infektionskrankheiten am Urlaubsort gibt es auf www.parasitenfrei.de bzw. unter www.parasitenfrei.de/eu-risikokarte.htm

(Quelle: Text Deine-Tierwelt.de)

Reisen mit Tieren – Teil 3: Herrenlose Tiere am Urlaubsort

Jeder, der schon einmal in Spanien, Griechenland, der Türkei oder anderen Mittelmeer-Anrainerländern Urlaub gemacht hat, kennt das Bild der vielen mehr oder weniger wild lebenden Hunden und Katzen, vor allem in den Touristen-Hochburgen. Und nicht wenige von uns haben sich beim Anblick dieser zum Teil abgemagerten, kranken oder verletzten Tiere schon einmal darüber nachgedacht, ob man nicht zumindest einer dieser Kreaturen in Deutschland ein neues Zuhause bieten könnte. Doch so verständlich diese Überlegung ist, sollte man sich vor einer solch impulsiven Entscheidung einige wichtige, grundlegende Gedanken machen:

Die sicherlich naheliegendste  Frage ist, ob man einem solchen Tier am Heimatort ein artgerechtes Leben bieten kann (eine bis dato frei lebende Katze zum Beispiel wird sich sicher in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Großstadt nicht wohl fühlen). Ebenso wichtig ist die Frage ob man Willens und in der Lage ist, über Jahre hinweg die Verantwortung  für das „importierte“ Tier inklusive der entstehenden Kosten für Futter, Impfungen oder die Behandlung eventueller Erkrankungen oder Verletzungen zu tragen. Auch muss man sich bewusst sein, dass es einen zum Teil beträchtlichen Aufwand bedeutet, das entsprechende Tier auf die Reise vorzubereiten:

  • Eine Impfung gegen Tollwut ist bei der Einfuhr nach Deutschland vorgeschrieben und muss daher noch am Urlaubsort durchgeführt werden.
  • Eine tierärztliche Untersuchung auf eventuell bestehende offensichtliche oder aber latente Infektionskrankheiten (wie zum Beispiel Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose oder Dirofilariose) sollte ebenfalls unbedingt noch am Urlaubsort erfolgen. Da die meisten Erkrankungen erst nach einer gewissen Inkubationszeit nachweisbar sind, sollten diese Untersuchungen sicherheitshalber nach etwa 4 bis 6 Wochen in Deutschland  nochmals wiederholt werden.
  • Zu guter Letzt gilt es eine Transportgelegenheit für die Rückreise nach Deutschland (in der Regel per Flugzeug) zu organisieren. Auch der Transport des Tieres zum Flughafen am Urlaubsort sollte hierbei nicht vergessen werden.

Wer sich bezüglich des nicht unbeträchtlichen Aufwandes und der entstehenden Verantwortung nicht sicher ist, sollte sich vor Augen führen, dass niemandem damit gedient ist, wenn ein aus Tierliebe eingeführtes Tier unter Umständen sein restliches Leben in einem ohnehin überfüllten deutschen Tierheim fristen muss.
Es kann unter Umständen wesentlich sinnvoller sein, eine lokale oder international tätige Tierschutzorganisation finanziell zu unterstützen, und so die Lebensumstände der herrenlosen Streuner zu verbessern und deren medizinische Versorgung zu verbessern. Derartige Organisationen gibt es inzwischen in fast jeder Urlaubsregion.
Ich kann nur empfehlen, einen Urlaubstag zu „opfern“ und sich vor Ort über die Arbeit solcher Organisationen zu informieren. Seriöse Tierschützer gewähren Ihnen gerne einen Einblick in ihre lokale Arbeit.

(© Christian Bank (Tierarzt), Kleintierpraxis Dr. Lewitschek)

Reisen mit Tieren – Teil 2: Spezielle Reisevorbereitung

Der Urlaub ist gebucht und die Entscheidung, den vierbeinigen Hausgenossen mitzunehmen,  ist gefallen. Auch die Planung der Autofahrt ist durchgeführt und die Unterbringung des Tieres am Urlaubsort ist geklärt (siehe auch Teil 1). Dennoch sind gerade vor Reisen ins Ausland einige weitere spezielle Vorbereitungen nötig: Generell ist seit Juli 2004 bei Reisen innerhalb der europäischen Union für Hunde, Katzen und Frettchen ein europäischer Heimtierpass vorgeschrieben, in dem, analog zu den bisher verwendeten Impfpässen, die Daten des Besitzers sowie des Tieres eingetragen werden müssen. Des Weiteren werden in diesem Pass Impfungen, tierärztliche Untersuchungen, Wurmkuren sowie Behandlungen gegen Zecken eingetragen.
Neu ist in diesem Zusammenhang die Pflicht der eindeutigen Kennzeichnung des Tieres auf den der Pass ausgestellt wurde. Diese Kennzeichnung kann entweder in Form einer gut lesbaren Tätowierung oder aber durch Implantation eines Mikrochips erfolgen.
Der Heimtierpass, ohne den keine Reisen ins europäische Ausland mehr möglich sind, erfolgt nach wie vor durch den Haustierarzt.

Nach wie vor ist grundsätzlich bei Reisen ins Ausland eine aktuelle Tollwutimpfung vorgeschrieben.
Abweichend davon stellen einige europäische Länder (Schweden, Irland sowie das vereinigte Königreich) strengere Anforderungen an die Einreise von Haustieren, in Form einer Tollwut-Antikörperuntersuchung sowie besonderer Bestimmungen im Bezug auf Bandwurm- und Zeckenbekämpfung. Zum Teil muss in diesem Fall die Reisevorbereitung bis zu 9 Monate vor der eigentlichen Reise beginnen.

Detailliertere Informationen zu speziellen Einreisevorschriften erhalten Sie bei Ihrem Haustierarzt oder dem für Ihre Stadt zuständigen Veterinäramt.

Doch nicht nur die rechtlichen Vorgaben des Urlaubslandes sollten unbedingt berücksichtigt werden, auch spezifische Gefahren bestimmter Regionen müssen beachtet werden. So muss gerade im Mittelmeerraum, aber auch in bestimmten Regionen Mitteleuropas, mit Infektionen gerechnet werden, die in Deutschland aufgrund des kälteren Klimas keine, oder nur eine untergeordnete Bedeutung haben. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang vor allem die Leishmaniose und der Befall mit Herzwürmern (Dirofilarien), die durch Sandmücken (eine für subtropische Gebiete typische Stechmückenart) übertragen werden, sowie die Babesiose und die Ehrlichiose, bei denen die Infektion durch Zecken als Vektor verbreitet wird.
In Risikogebieten ist eine Prophylaxe, vor allem gegen blutsaugende Insekten dringend anzuraten. Hierzu stehen Halsbänder oder Ampullen zum Auftragen auf die Haut zur Verfügung. Bewährt hat sich hierbei, unabhängig der Applikationsart, der Wirkstoff Permethrin. In besonders risikoreichen Gebieten kann auch eine prophylaktische Behandlung gegen die jeweilige Infektion sinnvoll sein.
Sowohl die Insektenprophylaxe als auch eine eventuelle prophylaktische Therapie sollte schon einige Tage vor der Reise begonnen werden, um vom ersten Urlaubstag an einen möglichst optimalen Schutz zu bieten.

Da dieser Artikel sicher nur einen Überblick über sinnvolle Reisevorbereitungen bieten kann, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Beginn der Reise Ihren Haustierarzt zu kontaktieren, mit diesem die Reiseplanung zu diskutieren, um so einen möglichst unbeschwerten Urlaub ohne Komplikationen verleben zu können.

(© Christian Bank (Tierarzt), Kleintierpraxis Dr. Lewitschek)

Reisen mit Tieren – Teil 1: Allgemeine Hinweise

Wenn die Hauptreisezeit des Jahres vor der Tür steht, stellt sich wieder einmal für viele Haustierhalter die Frage: Soll ich mein Tier mit in den Urlaub nehmen, und was muss ich beachten?

Grundsätzlich lässt sich diese Frage nicht pauschal für alle Tierarten beantworten.
So bedeutet die Urlaubsreise für alle Kleinnager (wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster), mit sehr wenigen individuellen Ausnahmen, eine immense Belastung, die mit erheblichen Gesundheitsrisiken einhergeht. Nicht wenige dieser Tiere verkraften den Stress, zum Beispiel durch die schwankenden Temperaturen sowie die ungewohnte Geräuschkulisse bei Auto- oder Flugreisen, nicht und bezahlen die Fahrt in den Urlaub mit dem Leben.
Auch die meisten Katzen, als sehr reviergebundene und relativ eigenständige Individuen, fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung deutlich wohler und reagieren auf längere Autofahrten oder Flüge mit Stress, der sich negativ auf ihr Wohlbefinden und ihr Immunsystem auswirkt. Des Weiteren besteht am Urlaubsort immer die Gefahr, dass die Katze eine Möglichkeit nutzt, ins Freie zu gelangen; wie lange sie dort ihre Umgebung erkundet oder ob sie versucht „auf eigene Faust“ wieder nach Hause zu gelangen, ist nicht vorhersehbar.
Ausnahmen bilden in diesem Zusammenhang einige wenige Katzen, die sehr stark auf ihre Besitzer fixiert sind und die auf die Trennung von „ihrem Menschen“ mit massiver Trauer reagieren, die sich im Extremfall sogar in totaler Futterverweigerung während der Abwesenheit äußern kann.

Anders als die zuvor genannten Tierarten fühlen sich Hunde in aller Regel in Gesellschaft „ihrer Familie“ am wohlsten und sind dabei nicht sehr territorial orientiert. Der individuelle Stress, den eine längere Reise mit Auto oder Flugzeug bedeutet, variiert sehr stark von Individuum zu Individuum. So gibt es Hunde, die sehr gerne Auto fahren, während andere im Fahrzeug unter permanenter Übelkeit mit Erbrechen neigen. Generell sind vor allem bei Autoreisen, unabhängig der mitreisenden Tierart, einige grundlegende Punkte zu beachten:

  • Reisen Sie möglichst während der Nacht oder der frühen Morgenstunden und meiden Sie die Mittagshitze.
  • Legen Sie regelmäßig (spätestens alle 2 Stunden) eine kurze Pause ein und geben Sie Ihrem Tier, soweit möglich, die Gelegenheit sich etwas zu bewegen.
  • Lassen Sie Ihr Tier nie alleine im geparkten Fahrzeug (unter Sonneneinstrahlung können im Fahrzeuginneren Temperaturen jenseits der 60°C entstehen und einen Hitzschlag auslösen).
  • Füttern Sie vor und während der Reise nur kleine Portionen, bieten Sie aber konsequent Trinkwasser an. (Dies gilt jedoch nicht für Kleinnager, diese brauchen konstanten Zugang zu Futter und Trinkwasser.)
  • Vorsicht beim Gebrauch der Klimaanlage, die auftretenden starken Temperaturunterschiede können den Kreislauf belasten und das Immunsystem schwächen.
  • Sichern Sie Ihr Tier im Fahrzeug derart, dass es im Fall eines Unfalls oder bei plötzlichen Fahrmanövern nicht unkontrolliert im Innenraum umherfliegt und sich selbst oder andere Insassen verletzt.

Abgesehen von der Anreise gilt es sich schon während der Reiseplanung zu klären, ob am eigentlichen Urlaubsort eine artgerechte Haltung des Vierbeiners möglich ist bzw. ob im gewählten Domizil Haustiere gestattet sind.

Lesen Sie im zweiten Teil, was an speziellen Vorbereitungen für die Urlaubsreise mit Haustieren nötig ist.

(© Christian Bank (Tierarzt), Kleintierpraxis Dr. Lewitschek)

Reisekrankheiten beim Hund – Das sollten Sie wissen

In fast allen Regionen mit mediterranem Klima, wie zum Beispiel in Frankreich, Spanien und Italien aber auch in gemäßigteren Zonen, können Parasiten, die es bei uns nicht oder kaum gibt, für den Hund zur Gefahr werden. Die durch Mücken, Sandfliegen oder Zecken übertragenen Mittelmeerkrankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose und Leishmaniose können in ihren Symptomen unspezifisch sein. Daher ist die Infektion oft nicht sofort erkennbar. Oft brechen die Krankheiten lange nach der Urlaubsreise aus, so dass die ersten Anzeichen gar nicht mehr mit dem Urlaub in Verbindung gebracht werden. Einige der Krankheiten sind nur schwer und langwierig zu behandeln, manche können tödlich enden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt sein Tier am besten nicht in die Risikoländer mit. Denn den absoluten Schutz gibt es nicht. Wer lieber mit dem Vierbeiner verreist, sollte sich vor Antritt der Reise über vorsorgliche Maßnahmen bei seinem Tierarzt informieren und das Tier nach der Reise eventuell auf die Krankheiten testen lassen.

(© Copyright TASSO e.V.)